05.04.20 Palmarum/Palmsonntag - Hausgottesdienst 04

Hausgottesdienst

zu Hause und mit allen – durch den Geist verbunden

Einstimmung

Am Anfang, als alles noch dunkel war, sprach Gott:

Es werde Licht. Und es ward Licht. (eine Kerze kann angezündet werden)

Am Anfang, als alles noch lautlos war, war das Wort bei Gott.

Und Gott war das Wort. (eine Bibel kann geöffnet und auf den Tisch gelegt werden)

Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn. Er kam zu uns. Er wurde einer von uns. (ein Kreuz kann hingestellt werden)

Wir versammeln uns um Gottes Licht, Wort und Kreuz.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.                          

LIED „Wie soll ich dich empfangen“ EG 11, 1-3+6

Wie soll ich dich empfangen und wie begegne ich dir,
o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier?
O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei,
damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei.

 

Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin,
und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn.
Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis
und deinem Namen dienen so gut es kann und weiß.

Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud,
als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid?
Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht,
da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht.

Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer,
bei denen Gram und Schmerze sich häufet mehr und mehr;
seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Tür;
der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier.

Evangelium des Tages: Johannes 12, 12-19

Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen. «Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte. Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat.

Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

Geistlicher Gedanke

Zu einem russischen Priester kam ein Besucher, der ihm wortreich beweisen wollte, dass es Gott nicht gibt und dass es sinnlos ist, an Gott zu glauben.

Er schilderte das Elend und die Not in der Welt; er verwies auf die

Gewalt und den Krieg, auf Krankheiten und Tod, auf Flüchtlingselend und Einsamkeit. „An einen Gott, der das alles zulässt, kann ich nicht glauben!“ sagte der Mann am Ende. Der Priester antwortet: „Das macht nichts! Gott glaubt an dich!“

Wir feiern den Palmsonntag. Die Menschen jubeln Jesus zu, sie rufen ‚Hosianna‘ und schwenken Palmzweige, um ihn als König und Messias zu begrüßen.

Wir wissen, wie schnell die Jubelrufe in Hass umschlagen.

„Kreuzige ihn!“ heißt es kurze Zeit später.

Der König, der da in Jerusalem einzieht, passt nicht in die Erwartungen der Menschen. Er kommt nicht, um zu herrschen, sondern um zu dienen. Er kommt nicht, um mit Macht und Gewalt zu regieren, sondern um zu leiden.

In diesem Einzug Jesu in Jerusalem zeigt sich, dass Gott zu uns kommt, um uns zu dienen und für uns da zu sein. Er steht auf der Seite der Menschen, die krank und verzweifelt sind, die nach Hilfe und Gerechtigkeit schreien.

Es mag sein, dass viele sich in diesen Tagen fragen: „Wo ist Gott? Wie

kann er das zulassen?“ Zweifel und Verzweiflung schaffen sich in unseren Gedanken und Herzen Raum. Die Sorge um unsere Lieben und um uns selbst bestimmen unser Denken. Da hinein hören wir die Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem; wir hören, dass Gott zu uns kommt in unser Leid und unsere Sorge. Und es klingen die Worte des Priesters an den Zweifelnden: „Gott glaubt an uns!“

STILLE

GEBET

Wir halten dir unsere Herzen hin, Jesus Christus,
wir strecken dir unsere Hände entgegen.
Wir wollten dir entgegengehen,
wir wollten mit dir laufen
und hineinziehen in deine Stadt.

Aber wir können nur mit unseren Herzen zu dir kommen.
Nur unsere Sehnsucht ist auf dem Weg zu dir.
Nur unsere Gebete.
Sie sind alles, was wir haben.
So beten wir
für die Kranken
für die, denen keine Medizin mehr helfen kann,
für die, die einsam sterben,
für die, die unter der Last dieser Tage zusammenbrechen.
Komm zu ihnen mit deiner Liebe und heile sie.
Höre uns.

So beten wir
für die Menschen,
die in Krankenhäuser und Pflegeheimen arbeiten,
in Feuerwachen und Apotheken,
in Kitas und Supermärkten,
in Laboren und in Ställen,
in Ämtern und Gemeinden.
Komm zu ihnen mit deiner Freundlichkeit und behüte sie.
Höre uns.

So beten wir
für die Menschen,
die in der Sorge dieser Tage in Vergessenheit geraten,
die Flüchtlinge,
die Opfer von häuslicher Gewalt,
die Verwirrten und Missbrauchten,
die Hungernden,
die Einsamen.
Komm zu ihnen und rette sie.
Höre uns.

Wir halten dir unsere Herzen hin
und danken dir für den Glauben.
Wir danken dir,
weil wir zu dir und zueinander gehören.
Wir danken dir
für die Zeichen der Liebe und Verbundenheit,
für die freundlichen Worte,
für die Musik.
Wir danken dir für dein Wort und deine weltweite Kirche.
Wir wollten dir entgegengehen
und hineinziehen in deine Stadt.
Und wir erleben es:
Du gehst mit uns durch diese Zeit
Heute, in diesen Tagen der Passion,
und jeden neuen Tag.

• Vater Unser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

• Segen

Gott segne uns und behüte uns.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen

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