21.05.20 Hausgottesdienst 10

Pastor Thomas Haase

Christi Himmelfahrt - ein Gottesdienst

zu Hause und mit allen – durch den Geist verbunden

Einstimmung

Am Anfang, als alles noch dunkel war, sprach Gott:

Es werde Licht. Und es ward Licht. (eine Kerze kann angezündet werden)

Am Anfang, als alles noch lautlos war, war das Wort bei Gott.

Und Gott war das Wort. (eine Bibel kann geöffnet und auf den Tisch gelegt werden)

Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn. Er kam zu uns. Er wurde einer von uns. (ein Kreuz kann hingestellt werden)

Wir versammeln uns um Gottes Licht, Wort und Kreuz.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.         

Lesung: Apostelgeschichte 1, 3-11 (Basisbibel)

Nach seinem Leiden zeigte er sich ihnen immer wieder und bewies ihnen so, dass er lebt. Vierzig Tage lang erschien er ihnen und sprach zu ihnen über das Reich Gottes. Einmal, als Jesus mit den Aposteln zusammen saß, schärfte er ihnen ein: »Verlasst Jerusalem nicht! Wartet darauf, dass in Erfüllung geht, was der Vater versprochen hat. Ihr habt es ja schon von mir gehört: Johannes hat mit Wasser getauft. Aber ihr werdet in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werden.«

Da fragten ihn die Versammelten: »Herr, stellst du dann das Reich für Israel wieder her?« Jesus antwortete ihnen: »Ihr braucht die Zeiten und Fristen nicht zu kennen. Mein Vater allein hat sie in seiner Vollmacht festgelegt.

Aber wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr Kraft empfangen. Dann werdet ihr meine Zeugen sein – in Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien und bis ans Ende der Erde.«

Nach diesen Worten wurde er vor ihren Augen emporgehoben.
Eine Wolke nahm ihn auf, sodass sie ihn nicht mehr sehen konnten.

Die Apostel starrten wie gebannt zum Himmel, während er verschwand. Und sieh doch: Da standen zwei weiß gekleidete Männer bei ihnen. Die sagten: »Ihr Männer aus Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel? Dieser Jesus wurde aus eurer Mitte in den Himmel aufgenommen. Er wird auf dieselbe Weise wiederkommen, wie er vor euren Augen zum Himmel weggegangen ist.«

  EG 503 Geh aus, mein Herz
         Posaunenchor St. Petri Buxtehude, St. Andreas Hollenstedt und Gäste
         (Leitung: Alexander Kockel)

Impuls

Während eines Staatbesuches am Himmelfahrtstag 1977 wundert sich der KPdSU-Parteichef Breschnjew über die feiertagsleeren Straßen in Deutschland. Breschnjew fragte Bundeskanzler Schmidt nach dem Grund; der antwortet: „Heute ist Himmelfahrt.“ Der russische Dolmetscher, grimmiger Atheist oder schlicht uninformiert, übersetzt die Antwort des Bundeskanzlers mit „Tag der nationalen Luftwaffe“.

Himmelfahrt – was für ein eigenartiges Wort! Mir kommen verschiedene Gedanken in den Kopf: Raumfahrt und Satellitenbilder, aber auch Darstellungen vergangener Jahrhunderte, die Jesus auf einer schwebenden Wolke zeigen.

Tatsachlich war das Fest der Himmelfahrt viele Jahrhunderte mit dem Tod und der Auferstehung Jesu verbunden und bildete keinen eigenen Festtag. Zu umstritten und rätselhaft war doch das biblische Zeugnis über das Auffahren Jesu in den „Himmel“.

Aber was feiern wir dann an diesem Tag? Vielleicht hilft zuerst die Unterscheidung zwischen zwei Verständnisweisen von „Himmel“. Im Deutschen gibt dafür nur ein Wort. Doch schon im Englischen

gibt es den Himmel, der mit Wolken, Mond, Sonne und Sternen geschmückt ist: „Sky“. Und es gibt den Himmel als Ausdruck der Gegenwart und des Reiches Gottes: „Heaven“.

Die Geschichte der Himmelfahrt ist ein Bild für uns heute. Christinnen und Christen erleben es immer wieder, wie nach einer Auferstehung im eigenen Leben sich all das bewahrheitet, was Jesus verkündet hat. Seine Botschaft der Nächstenliebe, des neuen Vertrauens und der Vergebung ist mit dem Tod nicht aus und vorbei. Die Sache Jesu geht weiter. Sie ging weiter mit seinen Freunden und Jüngern damals, sie geht weiter mit Ihnen heute. Und so mündet der Himmelfahrtstext des Lukas in die Apostelgeschichte, eine Erzählung über die ersten Christen, die sich gemeinsam auf jenen Weg machen, den Jesus ihnen gewiesen hat. „Himmelfahrt“ bedeutet also einen Neuanfang zu wagen in dem Bewusstsein unter dem Segen des Herrn zu stehen, mit frohem Mut und in Leichtigkeit – wie etwa die Jünger damals auf ihrem Heimweg nach Jerusalem – an den Alltag des Lebens heranzutreten. Denn es ist wahr: Jesus ist der Auferstandene, der Erhöhte, der siegreiche Friedefürst. Schauen wir auf ihn, folgen wir ihm nach. Und so lassen Sie uns ihn anbeten.

  EG 243 Lob Gott getrost mit Singen
         Posaunenchor St. Petri Buxtehude, St. Andreas Hollenstedt und Gäste
         (Leitung: Alexander Kockel)
 

 

Stille

Gebet
Du zeigst uns den Himmel,
Christus, du Auferstandener.
Du bist unser Himmel.

Komm mit dem Himmel zu uns.
Wohne in unseren Herzen,
damit deine Liebe uns verwandelt,
damit wir eins sind,
damit wir einander vertrauen,
damit wir einander vergeben,
damit wir einander helfen.

Komm mit dem Himmel zu den Schwachen.
Lebe mit ihnen,
damit ihnen neue Kräfte wachsen.
Komm mit dem Himmel zu den Kranken.
Heile sie,
damit sie aufatmen und wir einander wieder berühren.

Komm mit dem Himmel zu den Mächtigen.
Leite sie,
damit sie dem Frieden dienen
und der Gerechtigkeit aufhelfen.

Komm mit dem Himmel zu unseren Kindern.
Begeistere sie,
damit sie lernen, das Gute zu tun.
Christus, du Auferstandener,
der Himmel ist in uns.
Du bist unser Himmel,
heute und alle Tage.
Amen.

Vaterunser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

Segen

Gott segne uns und behüte uns.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.

Amen

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