12.04.20 Ostern

Pastor Thomas Haase

Fürchtet euch nicht – ein Gottesdienst zu Hause und mit allen – durch den Geist verbunden

Wenn die Glocken der St.-Petri-Kirche läuten oder wenn Sie frühstücken, dann stellen Sie eine Kerze auf den Tisch. Zünden Sie die Kerze an.

Einstimmung

Christus ist auferstanden.
Er ist wahrhaftig auferstanden.
Es ist Ostern.
Wir sind versammelt. An unterschiedlichen Orten. Im Glauben.
Wir feiern in Gottes Namen. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

   Christ ist erstanden (EG 99)
          (lesen oder singen)

Christ ist erstanden
von der Marter allen.
Des sollen wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden,
die Welt, die wär vergangen,
seit dass er erstanden ist,
so loben wir den Herrn Jesu Christ.
Kyrieleis.

Halleluja,
Halleluja,
Halleluja.
Des solln wir alle froh sein;
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

Gebet

Du Gott des Lebens,
danke für Ostern! Danke für das Fest der Auferstehung und des Lebens!
Jesus Christus ist nicht am Kreuz gescheitert,
Du hast ihn auferweckt von den Toten.
Du die Macht des Todes gebrochen. Auch wir sollen leben.
Du Gott des Lebens, schenke uns, dass uns das Geheimnis von Ostern nicht verschlossen bleibt.
Amen

Ein Text aus der Bibel (Johannes 20, 11-18)

Maria aus Magdala blieb draußen vor dem Grab stehen und weinte.

Mit Tränen in den Augen beugte sie sich vor und schaute in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel. Sie trugen leuchtend weiße Gewänder und saßen dort, wo der Leichnam von Jesus gelegen hatte. Einer saß am Kopfende, der andere am Fußende. Die Engel fragten Maria: „Frau, warum weinst du?“ Maria antwortete: „Sie haben meinen Herrn fortgebracht. Und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben!“ Nach diesen Worten drehte sie sich um und sah Jesus dastehen. Sie wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus fragte sie: „Frau, warum weinst du? Wen suchst du?“ Maria dachte: Er ist der Gärtner. Darum sagte sie zu ihm: „Herr, wenn du ihn fortgeschafft hast, dann sage mir, wo du ihn hingelegt hast. Ich will ihn zurückholen!“ Jesus sagte zu ihr: „Maria!“ Sie wandte sich ihm zu und sagte auf Hebräisch zu ihm: „Rabbuni!“ Das heißt: „Lehrer/Meister!“ Jesus sagte zu ihr: „Halte mich nicht fest! Ich bin noch nicht zum Vater hinaufgestiegen. Aber geh zu meinen Brüdern und richte ihnen von mir aus: ›Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.‹“ Maria aus Magdala ging zu den Jüngern. Sie verkündete ihnen: „Ich habe den Herrn gesehen!“ Und sie erzählte, was er zu ihr gesagt hatte.      

Geistlicher Impuls

Maria geht am Morgen des ersten Tages zum Grab. Sie ist traurig. Sie weint. Nichts ist mehr, wie es war. Sie ahnt noch nicht, dass Ostern ist. Maria trauert um den Mann, den sie liebte. Sie fragt sich: Wo ist er jetzt?  Was soll ich bloß tun? Sie denkt an ihn. Sie weint.

Auch mir geht diese Tage so viel Trauriges durch den Kopf: Ich bekomme Angst, wenn ich höre, wie sich ein Virus weltweit ausbreitet und die Menschen so darunter leiden müssen. Tief traurig macht es mich, wenn ich an Krankenhäuser denke, in denen das Personal über Leben und Tod entscheiden muss. Ich bin erschüttert, wenn es in manchen Ländern keine ausreichende medizinische Versorgung gibt. Und selbst in Buxtehude ist alles anders.

Wie soll es da Ostern werden?

Und während Maria noch so nachdenkt, was sie tun soll, dreht sie sich um. Sie blickt auf. Jemand steht hinter ihr. Sie ist nicht allein. Der um den sie trauert ist lebendig.  Maria sieht ihn an und weiß nicht, dass es Jesus ist. Sie vermutet, es ist der Gärtner. Aber es ist Jesus, der mitten im Leben steht.

Maria hört ihn ihren Namen sagen. Tatsächlich sie ist gemeint. Sie fühlt sich erkannt und fühlt sich besser. Und jetzt erkennt sie ihn. Und sagt zu ihm:  Rabbuni. Sie sagt es zärtlich und hingebungsvoll. Denn nun spürt sie wieder seine Liebe, spürt sie ganz real und lebendig. Sie fühlt, dass das Leben weiter geht – mit ihm. Jesus hat sie aus ihrer Trauer und Verzweiflung herausgerufen, gerufen österlich zu leben. Sie ist gemeint. Er hat ihren Namen gesagt.

Auch wir sind gemeint.  Wir sind die Gemeinschaft der Heiligen. Gerufen das Leben zu leben, es zu heiligen. Gerufen, alles zu geben, dass Ostern Wirklichkeit wird. Von ganzer Seele und mit ganzem Herzen glauben, dass Jesus lebt. Jesus ist auferstanden – seine Liebe wirkt weiter. Wir sind nicht am Ende, wir sind mächtiger als der Tod.

Wenn Gott einen von den Toten auferwecken kann, dann sollte uns doch viel mehr möglich sein, als wir denken! Mehr Leben, mehr Mut, mehr Freude. Jede aufmerksame Minute, jeder liebevolle Blick, jedes Gebet, jede Hand, die zupackt, die zählen. Das bleibt. Es ist nicht umsonst. Damit setzen wir die Auferstehungsgeschichte fort. Wir sind gefordert. Wir werden gebraucht. Wir sind Herz, Hand und Mund des Auferstandenen. Unser Leben geht weiter – nicht fraglos, nicht ohne Zweifel, nicht einmal ohne den Tod, aber trotz des Todes. Trotz Allem macht es unendlich viel Sinn, dem Leben mehr zu trauen.

Wir wollen Ostern wagen. Ostern sagt: Fürchtet euch nicht. Traut euch zu zeigen, dass ihr Christen seid. Die Welt braucht gute Nachrichten. Wir haben etwas zu feiern. Die Welt, in der wir leben, verbreitet diese Tage Angst und Schrecken. Menschen in unserem Umfeld trauern. Aber wir haben die Osterbotschaft. Wir haben ja gehört, wie Jesus Maria anspricht.

Lassen wir uns auch ansprechen, von anderen Menschen, von unserem Nächsten, von Gott. Spüren wir, wie uns Lebenskraft und Trost zuwachsen. Und eine Aufgabe. Jetzt da wir wissen, dass Jesus auferstanden ist, ist Marias Aufgabe auch unsere Aufgabe: Erzählt anderen Menschen von Gott, tröstet sie, seid aufmerksam, seid zugewandt. Gebt Ihnen Hoffnung. Auch wenn das Leben gerade ganz anders aussieht.

Es ist Ostern. In Buxtehude und an vielen Orten dieser Welt erleuchten die Osterlichter. Im Osterlicht zählt jeder Schritt, jede Geste. Wir tragen das Osterlicht weiter. In unseren Wohnungen und Häusern. Wir sind Auferstandene. 

Glauben wir, so wird uns das Leben zuteil.
Amen.

     Er ist erstanden (E 116)
           
(lesen oder singen)

1. Er ist erstanden, Halleluja!
Freut euch und singet, Halleluja!
Denn unser Heiland hat triumphiert,
all' seine Feind' gefangen er führt.

Refrain:
Lasst uns lobsingen vor unserem Gott,
der uns erlöst hat vom ewigen Tod.
Sünd' ist vergeben, Halleluja!
Jesus bringt Leben. Halleluja!

2. Er war begraben drei Tage lang.
Ihm sei auf ewig Lob, Preis und Dank;
denn die Gewalt des Tod's ist zerstört;
selig ist, wer zu Jesus gehört.
- Refrain -

3. Der Engel sagte: "Fürchtet euch nicht!
Ihr suchet Jesus, hier ist er nicht.
Sehet, das Grab ist leer, wo er lag:
er ist erstanden, wie er gesagt."
- Refrain -

4. Geht und verkündigt, dass Jesus lebt,
darüber freu' sich alles, was lebt.
Was Gott geboten, ist nun vollbracht:
Christ hat das Leben wiedergebracht."
- Refrain -

Segen

Gott segne uns und behüte uns. Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen