31.01.21 Hausgottesdienst 04

Pastor Thomas Haase

31.01.2021

Letzter Sonntag nach Epiphanias – ein Gottesdienst zu Hause und mit allen durch den Geist verbunden

Liebe Gottesdienstfeiernde,

heute feiern wir den letzten Sonntag nach Epiphanias. Das ist zugleich der letzte Sonntag im Weihnachtsfestkreis. Weihnachten scheint schon so weit weg zu sein und so wollen wir uns daran erinnern, was die Weihnachtsbotschaft „Gott wird

Mensch“ an Licht in unser Leben hier und heute bringt.
Der Spruch, der uns durch diese Woche begleitet, lautet:
„Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ Jesaja 60,2b

Einstimmung

Am Anfang, als alles noch dunkel war, sprach Gott:
Es werde Licht. Und es ward Licht. (eine Kerze kann angezündet werden)
Am Anfang, als alles noch lautlos war, war das Wort bei Gott.
Und Gott war das Wort. (eine Bibel kann geöffnet und auf den Tisch gelegt werden)
Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn. Er kam zu uns. Er wurde einer von uns. (ein Kreuz kann hingestellt werden)
Wir versammeln uns um Gottes Licht, Wort und Kreuz.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat

Lesung: 2. Petrus 1, 16-21

16Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen. 17Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit:

Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. 18Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.

19Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.

Impuls

Liebe Leserin, lieber Leser,

manch eine oder einer schreibt Tagebuch oder hat sich vorgenommen, das eigene Leben aufzuschreiben für die Kinder und Enkel.
Um so Wichtiges mitzuteilen, wie Leben „gelebt“ wurde, was als wesentlich empfunden wurde und es auch war.
Wie betrachten Sie Ihr Leben, was wollen Sie mitteilen? Private und berufliche Erfolge, Glücksmomente mit der Familie, besondere Urlaube, Abenteuer. Vieles mag Ihnen einfallen, das auf diese Art und Weise erhalten bleiben soll, mitteilenswert ist.
Vielleicht sind da auch schwere Zeiten dabei? Erfahrungen von Verlusten und die Erfahrung, wie sie diese erlebt und durchlebt haben. „Ja, das habe ich alles erlebt!“ Oder: „da war ich dabei!“ wenn es sich zum Beispiel um historisch bedeutende Ereignisse handelt wie den Mauerfall und viele andere bedeutende Ereignisse der Weltgeschichte.
Manchmal benützt eine/r diesen Satz als Nachdruck, als Bestätigung, als Mitteilung: „so war es. Das habe ich selbst erlebt, gesehen, gehört!“
Mit verschiedenen „Brillen“ kann man auf sein Leben blicken. Eine finde ich besonders spannend und lade Sie dazu ein, diese „Brille“ aufzusetzen: wo habe ich Gottes Gegenwart besonders gespürt? Wie hat sich das angefühlt? Hat das meinem Leben eine neue Richtung gegeben? Wie wurde mein Alltag dadurch geprägt? Welche Hoffnung trägt mich seither oder überhaupt? Möchte ich davon erzählen, es aufschreiben und wem möchte ich das besonders mitteilen?
Der unbekannte Schreiber des 2. Petrus-Briefes hält auch so eine Art „Rückschau“. Dies tut er für die christliche Gemeinde, die am Ende des 1. Jahrhunderts offensichtlich in Glaubensbedrängnis war.
Da gab es Irrlehren, die die Ankündigung der Wiederkunft Christi und das Kommen der neuen Welt Gottes leugneten. Dabei lebten die damaligen Gemeinden in der festen Überzeugung, dass dies noch zu Lebzeiten der damaligen Generation stattfinden würde. 2. Petrus 1,16 19

16 Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen. 17 Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. 18 Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. 19 Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.

Für den Verfasser dieses Briefes waren es keine „ausgeklügelten Fabeleien“, sondern er war „Augenzeuge seiner (Jesu) Herrlichkeit“ auf dem Berg der Verklärung. „Ich war dabei! Ich bin Augenzeuge, habe gesehen, gehört, selbst erlebt! Das will ich berichten, weitergeben und euch so ermutigen. Lasst euch nicht von anderen Menschen täuschen und haltet fest an dem Glauben „und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht“.

Der unbekannte Verfasser des Briefes benützt die Autorität des Petrus, des Jüngers, der mit Jesus unterwegs war; der mit ihm gelebt hat, Jesu Wirken erlebt hat, Jesu besondere Beziehung am Berg der Verklärung erfahren hat, die Anfeindungen durch

den Hohen Rat, die schließlich zur Verhaftung, den Prozess, das Kreuzgeschehen geführt hat, zu Tod und Auferstehung. Petrus war Zeuge für die Göttlichkeit Jesu Christi.

Bei dieser Rückschau lässt er allerdings unerwähnt, dass auch er Petrus Jesus in seiner schwersten Zeit allein gelassen hat, verleugnet hat aus Angst. Beschämt erfährt Petrus Jesu Zuwendung und Liebe erneut und so weiß er fest: Alles was Jesus gesagt hat ist wahr und so auch die Worte von seiner Wiederkehr. Nun, in so starker Nahzeiterwartung leben wir heute als Christinnen und Christen überwiegend nicht. Allerdings ist es fester Bestandteil unseres Glaubens, dass wir festhalten an der Wiederkunft Christi am Ende aller Zeiten. Wie auch immer dies aussehen mag, sich vorzustellen ist. Bei einer Rückschau auf mein Leben mit „der Brille des Glaubens“ entdecke ich sicher Gottes Spuren in meinem Leben.

Dazu lade ich Sie ein, sich dafür Zeit und Raum zu nehmen.

Amen.

Stille

Gebet

Lebendiger Gott,
Licht lässt du aufscheinen in dieser Welt.
Wie sehr sehnen wir uns danach.
Wie dringend braucht es deiner Schöpfung.
Wie abhängig ist die Welt von deinem Licht.

Wir bitten dich um Licht
in den Herzen und Köpfen der Mächtigen,
damit Besonnenheit ihre Entscheidungen bestimmt,
damit Klugheit ihr Handeln regiert,
damit Weisheit ihre Worte lenkt.
Um dein Licht, Lebendiger,
bitten wir dich.
Erhöre uns.

Wir bitten dich um Licht
in den Kliniken und an den Betten der Sterbenden,
damit die Pflegenden gesund bleiben,
damit die Kranken genesen,
damit Lebensmut die Schatten des Todes vertreibt
und Trost die Trauernden erreicht.
Um dein Licht, Lebendiger,
bitten wir dich.
Erhöre uns.

 

Wir bitten dich um Licht
an den Orten des Grauens und der Angst,
an den Orten der Zerstörung,
an den Orten des Aufbruchs und der Hoffnung,
damit dein Leben einkehrt.
Wir bitten dich um Licht
in deiner Gemeinde,
in den Herzen aller,
die dir, Lebendiger, vertrauen.
Um dein Licht und deine Liebe,
bitten wir dich.
Durch Jesus Christus lass es aufscheinen –
heute und alle Tage.
Amen.

Diesen Text können Sie als Dokument downloaden und ausdrucken:

Haus-Gottesdienst-Letzter-Sonntag-nach-Epiphanias.pdf