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Kunstschätze in St. Petri

Halepaghen-Altar

 

Halepaghen-Altar

 

 

Der Passionsaltar steht im Nordschiff der Kirche.
Er gilt als bedeutendstes Kunstwerk in der St. Petrikirche und wichtiges Zeugnis mittelalterlicher Malerei in Buxtehude. Die Haupttafeln sind von Wilm Dedeke (1500-1520 Meister des Maleramtes in Hamburg) geschaffen worden. Gezeigt wird die Kreuztragung Christi. Das zentrale theologische Thema ist  jedoch die Nachfolge Christi, das durch die lat. Worte „Sequere me“ (deutsch: Folge mir), die zwischen Jesus und Simon von Kyrene stehen, deutlich wird. 

Auf den Flügelaußenseiten ist jeweils ein Heiliger abgebildet. Neben Paulus mit Schriftrolle auf dem linken Flügel kniet ein Geistlicher mit Chorhemd. Sein Kopf wird als Portrait einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Buxtehuder Stadtgeschichte angesehen. Magister Gerhard Halepaghen (gestorben 1484), der als Vorgesetzter der Kleriker für die strenge Einhaltung der Klosterregeln stand. Dank seines Testaments, das sein Vermögen in eine Stiftung umwandelte, werden noch heute Beiträge zur Förderung von Studenten und für zahlreiche wohltätige Zwecke ausgeschüttet.
Auf dem Petriplatz findet sich Magister Halepaghen als Brunnenfigur, auch eine Straße und das örtliche Gymnasium sind nach ihm benannt.

 

 

Marien-Altar

 

Marienaltar2

 

Im südlichen Seitenschiff findet sich seit 1990 die fotografische Kopie des berühmten Marienaltars. Das Original ist als Leihgabe in der Hamburger Kunsthalle zu besichtigen. Der Altar ist ein Werk aus dem Umkreis des Meisters Bertram von Minden und entstand 1410. Auf 18 Bildern wird das Leben Marias geschildert - nach den alten Legenden und den biblischen Texten. Besonders berühmt ist die Darstellung der "Strickenden Madonna".

 

 

Hauptaltar

 

Hauptaltar

 

Im Chor steht der barocke, zweigeschossige Hauptaltar, der 1710 von Hans Hinrich Römers aus Hamburg geschaffen wurde. Er zeigt von unten nach oben betrachtet das letzte Abendmahl, die Geburt Christi und ein Kruzifix. Ganz oben in der Mitte steht auf einem Sockel mit Teufelsfratze der segnende Christus mit Fahne. Links und rechts von ihm befinden sich Engel mit den Leidenswerkzeugen.
Die vier Personen an den Seiten sind Darstellungen der vier Evangelisten, die über ihre Attribute Löwe (Markus), Engel (Matthäus), Stier (Lukas), Adler (Johannes) identifizierbar sind.  
Zwischen den Geschossen liest man den Namen des Stifters Michael Wilkens. Der aus Buxtehude stammende Hamburger Senator hatte als Reeder eine besondere Beziehung zu seiner damals schwedischen Vaterstadt. Sie ermöglichte ihm unter schwedischer Flagge zu 
segeln und so der Kaperung durch französische Kriegsschiffe zu entgehen. 
 

Kanzel

 

Kunstschätze

 

Am östlichen Pfeiler der Nordarkaden türmt sich die prachtvolle Kanzel im frühbarocken Knorpelstil auf. Wir verdanken die mit den Aposteln und Engelputten reichverzierte Kanzel einer Stiftung des Buxtehuder Bürgers Hilmar Filter im Jahr 1674.
Der Kanzeldeckel wird wiederum vom auferstandnen Christus bekrönt, der die Siegesfahne in der Hand hält.
Die innere Seite der Kanzel ziert ein "Auge Gottes", ein Strahlenkranz, der für die heilige Dreifaltigkeit steht. 

 

 
 

Kruzifix

 

Kruzifix

 

Am südlichen Pfeiler vor dem Chor hängt ein ca. 1,90 m großes Kruzifix. Der in einer Hamburger Werkstatt geschnitzte Korpus wird auf das Jahr 1470 datiert. Möglicherweise gehörte es einmal zu einer Kreuzigungsgruppe, die auf einer Chorschranke (Lettner) platziert war. 

 

 

Chorgestühl

 

Chorgestühl

 

Im Chorraum findet sich an beiden Seiten ein fünfsitziges eichenes Gestühl. Es handelt sich um die Reste des Chorgestühls von 1400.

 

 

Historische Wangen

 

 Georg

 

Nach der Renovierung 1963-1967 sind im Mittelschiff neue Bänke aufgestellt worden. An den zum Mittelgang gerichteten Seiten sind die Wangen des alten Gestühls wiederverwendet worden. Sie stammen überwiegend aus der Zeit von 1500-1550.
 
 

Bildnisse von Martin Luther und Philipp Melanchton

 

Martin und Philipp

 

Die Bilder dieser beiden bedeutenden Persönlichkeiten der Reformation hängen über der Tür zum Brauthaus, dem heutigen Haupteingang. Sie wurden bei Aufräumarbeiten auf dem Kirchendach wiedergefunden. Über ihre Herkunft ist leider nicht viel bekannt.
 
 

Fensterbilder

 

 Elias und Johannes

 

Die Fensterbilder des Chorraumes zeigen biblische Gestalten und Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Die Fenster der Seitenschiffe werden von Innungswappen nach unten abgeschlossen. 
Die Firma Lauterbach & Schröder aus Hannover hat die Fenster um 1900 eingebaut. 

 

 
 

Kronleuchter

 

Kronleuchter

 

Im Rahmen der Renovierung wurden die drei Kronleuchter elektifiziert. Zwei stammen aus dem 17. Jahrhundert, einer wurde bereits 1589 gegossen.
 
 

Abendmahlsgeräte

 

 Kelche

 

Ein großer Teil des mittelalterlichen Kirchenschatzes wurde bereits 1658 zur Verbesserung der Predigerstellen verkauft. Unter dem Altargerät findet sich immerhin noch ein Kelch, der von Magister Halepaghen 1468 begründeten Altarstiftung.